Natürlich sprechen immer alle vom Hochzeitskleid der Frau. Aber was ist die wunderschönste Braut, wenn ihr Bräutigam sie nicht perfekt ergänzt? Es heiraten schliesslich zwei. Männer, getraut euch was! Aber klar, wer im Job nicht regelmässig Anzüge trägt, der kann schnell überfordert sein. Was gehört denn alles zu einem Hochzeitsanzug dazu und worauf muss geachtet werden? Was ist eher traditionell und wo dürfen heute auch mal Regeln gebrochen werden? Hier also eine Übersicht über die typischen Hochzeitsanzüge von Herr Schweizer.

Anzug Hochzeit

Mehr über Cornelius als Hochzeitsfotograf

#1: Anzug, Smoking oder Frack

Der Begriff “Anzug” ist ein Überbegriff für alle möglichen Arten von Herrenkleider. Der Smoking und der Frack hingegen sind komplett durchdefinierte Anzugsvarianten, welche bei uns in ihrer ganz klassischen Form eher selten getragen werden. Den Hauptunterschied zwischen den verschiedenen Stilen ist –  einfach gesagt – der Schnitt und der Stoff des Kittels.

Als Hochzeitsanzug kann heute vielerlei getragen werden – grundsätzlich gilt: Kauf dir einen Anzug, der zu dir passt, farblich auf die Braut abgestimmt ist und getrau dich dabei ruhig etwas.

Der klassische Herrenanzug

Der klassische Anzug ist für diejenigen, die es privat eher sportlich und unkompliziert mögen. Das Sakko kann einen, zwei oder auch drei Knöpfe haben, ist hüft- und vor allem überall gleich lang. Beim klassischen Anzug sind viele Kombinationen möglich: Mit Weste, mit Hosenträger, mit Fliege, mit Krawatte, mit Einstecktuch oder z.B. auch mit einem modernen Hemd mit Haifischkragen. Je nachdem wie du es magst, kannst du deinen Hochzeitsanzug ruhig etwas schmaler geschnitten auswählen (Slim Fit). Die Farben reichen bei Hochzeiten von Dunkelgrau, über Dunkelbraun bis zu verschiedenen Blautönen. Das Spiel mit unterschiedlichen Stoffen beim Innenfutter oder auch dem Einstecktuch lässt heute viel Spielraum.

Ist der Kittel eines Tagesanzugs hinten länger und somit formaler, spricht man vom sogenannten “Cut” oder “Cutaway”, von einem Gehrock oder im Englischen auch vom “Morning Suit”. Der klassische Anzug und der Cut – das sind die beiden beliebtesten Hochzeitsanzüge von Herr Schweizer. Beide eignen sich sowohl für Hochzeiten tagsüber, als auch für den Abend. Ganz im Gegensatz zum klassischen Smoking und Frack. Denn diese werden traditionell eigentlich nur für Abendveranstaltungen getragen (was natürlich nicht heisst, dass diese Regel nicht gebrochen werden kann).

Der festliche Smoking

Der Smoking ist die Steigerung des klassischen Anzugs und schon ziemlich edel. Der Kittel eines Smokings zeichnet sich durch den Spiegeleffekt am Revers aus und ist in der Regel schwarz. Wer mutig ist, darf ihn auch in Dunkelblau oder Dunkelgrau tragen. Dazu gehört eine Fliege (keine Krawatte!), ein weisses Hemd mit Kentkragen, verdeckter Knopfleiste und Manschettenknöpfen, ein weisses Einstecktuch, ein Kummerbund (weil die Hose eines Smokings keine Gürtelschlaufen hat), ein glänzender Streifen entlang der Hose und Lackschuhe.

Ihr seht, ein Smoking ist eine ziemlich fesche Angelegenheit. Im Englischen wird der klassische Smoking als Black Tie bezeichnet. Um einen Smoking auch tagsüber tragen zu können, gibt es ihn auch in weiss.

Der besonders elegante Frack

Eleganter als der Frack geht nimmer. Auch der Frack wird fast ausschliesslich zu besonders festlichen Abendveranstaltungen getragen und im Englischen als White Tie bezeichnet (das Pendant für den Tag ist übrigens der Cut).
Der Frack besteht in seiner ganz klassischen Variante aus einem schwarzen Kittel, der vorne kurz und hinten länger geschnitten ist. Er ist zwar oft zweireihig, kann und soll aber nicht geschlossen werden. Dazu werden ein weisses Hemd mit Kentkragen, eine weisse Schleife (Fliege), weisse Weste, weisses Einstecktuch und auch wieder polierte Lackschuhe getragen. Aber eben, wer weiss bei uns schon, dass ein klassischer Frack eigentlich nur abends getragen wird. Sieht doch super aus!

#2: Zweiteiler oder Dreiteiler

Einen klassischen Anzug kannst du sowohl als Zweiteiler, als auch als Dreiteiler (mit Weste) tragen. Hier gilt es herauszufinden, was dir besser gefällt. Oft haben die Westen in der Schweiz eine Kontrastfarbe zum Anzug selber und glänzen. Das kann gefallen, muss aber nicht. Die Idee einer Weste ist, dass ein Bräutigam auch nach dem Ausziehen des Sakkos noch eine gute, “angezogene” Falle macht. Da könnten aber zum Beispiel auch Hosenträger eine Alternative sein.

#3: Wann muss welcher Knopf zu?

Bei Sakkos gilt:

Sakko, 1 Knopf: Immer geschlossen oder komplett offen tragen.
Sakko, 2 Knöpfe: Den oberen Knopf schliessen, der untere Knopf bleibt offen.
Sakko, 3 Knöpfe: Den mittleren Knopf schliessen, der unterste Knopf bleibt offen. Der oberste Knopf darf geschlossen werden oder auch offen bleiben.

Bei Westen gilt:

Der unterste Knopf bleibt immer offen, die anderen werden geschlossen.

#4: Einreiher oder Zweireiher

Der Einreiher mit einem bis drei Knöpfen gilt heute allgemein als die moderne Version des Anzugs. Der Zweireiher (Al Capone – remember?) ist aber nicht mehr ganz so verpönt wie auch schon. Der Zweireiher hat den Vorteil, dass er auch mal einen Bauch optisch verschwinden lässt und du dir die ganze Knopf-auf-und-zu-Macherei sparen kannst, weil ein Zweireiher immer (auch im Sitzen) geschlossen getragen wird (ausser dem untersten Knopf natürlich).

#5: Braut und Bräutigam sollen zueinander passen

Wichtig ist, dass du dich fragst, wo die Reise hingehen soll. Gefallen dir die festlichen Hochzeitsanzüge mit glänzenden Stoffen oder möchtest du lieber einen moderneren Anzug mit weniger traditionellen Stoffen tragen, den du mit raffinierten Accessoires ergänzt? Um diese Entscheidung treffen zu können, solltest du dich mit deiner Braut über euren gemeinsamen Stil unterhalten. Man muss sich nicht alle Geheimnisse verraten, aber sich aufeinander abstimmen bei der Farb- und Stoffwahl macht IMMER Sinn. Ein Vintage-Männeroutfit mit Hosenträger und Hut kann neben einer Braut in klassischer schulterfreien A-Linie natürlich durchaus getragen werden, aber richtig zur Geltung kommt ihr als Hochzeitspaar dann, wenn ihr euch gegenseitig ergänzt.

#6: Ohne Beratung wird es wohl kaum gehen

Gehst du ins Brautmodeschäft, das auch noch Hochzeitsanzüge verkauft, wirst du oft klassischer beraten, wie wenn du zum Herrenausstatter gehst. Das muss nichts Schlechtes sein. Als Mann darf man es sich aber ruhig gönnen, sich von Personen beraten zu lassen, die auf Herren spezialisiert sind. Daher raten wir zu einem Besuch beim Herrenaustatter. Folgende zwei können wir wärmstens empfehlen:

Hübscher mit Showroom in Zürich
Kenner in Zürich

Beide schneidern euch einen Anzug auf den Leib. Denn erst wenn ein Hochzeitsanzug perfekt sitzt, sieht er auch geil gut aus. Und das ist ab Stange einfach sehr selten der Fall.

Nun denn – wir wünschen viel Spass beim Aussuchen deines Hochzeitsanzuges. Du kennst jetzt die Grundregeln. Aber wie schon mehrfach gesagt: Regeln sind da, um gebrochen zu werden.

Mehr über Cornelius als Hochzeitsfotograf
Mehr über Cornelius als Hochzeitsfotograf